Information zur Stahlpreisentwicklung

Sehr geehrte Damen und Herren!

In Bezug auf unsere Schreiben dieses Jahres zur Stahlpreissteigerung möchten wir Sie hiermit auf die zwischenzeitliche Entwicklung am internationalen Stahlmarkt weiter informieren.

Der Stahlpreis hat Mitte Februar in Italien etwas nachgelassen, was manche Verbraucher und Händler als Rückgang in Richtung Vorjahresniveau gedeutet haben.

Tatsächlich war es aber für die Stahlwerke nicht möglich, sich ausreichend Vormaterial (Schrott) zu beschaffen, da dieser in die Türkei und China verkauft wurde – somit wurden die Nachlässe wieder rückgängig gemacht. In den Hochindustrieländern ist z.B. Bewehrungsstahl ein Recyclingprodukt und besteht zu ca. 98 % aus Schrott!

Durch leer werdende Lager mussten die Verbraucher dann in weiterer Folge verstärkt durch die stark anlaufende Konjunktur große Mengen kaufen, was zu kontinuierlichen Preissteigerungen und in der Zwischenzeit sogar zu enormen Lieferengpässen geführt hat. Stahlwerke bieten zurzeit (wenn überhaupt) nur Tagespreise – was aber noch viel schlimmer ist, auch nur mehr Tagesmengen an.  Verschiedene Stahlsorten sind zurzeit am Markt nicht mehr verfügbar und die Versorgung wird damit immer schwieriger.

Was bedeutet das für die nächste Zukunft, wie soll heute kalkuliert werden, wenn wir noch nicht wissen, was es morgen kostet?

„Irgendwann müssen die Lager ja wieder aufgefüllt sein und Hamsterkäufe zurückgehen, damit sollten weitere Preissteigerungen eingedämmt werden?“

Dass die Preise dann aber wieder sinken, glauben wir aufgrund von makroökonomischen Effekten eher nicht. Denn China hebt ab Mai Exportvergütungen für Stahlprodukte auf und zur Sicherheit werden Importzölle auf Stahlprodukte und Schrott gestrichen. Schrott ist lt. Deklaration in China seit Jahreswechsel kein Müll mehr, sondern ein Rohstoff und das erklärte Ziel Chinas ist es, die umweltbelastende Hochofen-Stahlproduktion aus Eisenerz und Kohle in den nächsten 5 Jahren auf zumindest 25% Elektroschmelzverfahren mit Schrotteinsatz umzustellen.

Wenn man nun die chinesische Stahlerzeugung mit 1.050 Mio. to mit dem größten europäischen Stahlhersteller Deutschland mit 35 Mio. to vergleicht, kann man sich schnell ausrechnen, dass der Schrottabfluss Richtung China ein anhaltender Effekt sein wird, der die Preisentwicklung weiter beeinflussen wird.

Daneben plant China Werke der Rohstahlproduktion mit mehr als 300 Mio. to vom Markt zu nehmen. Dass dies zu weiteren Engpässen führen kann, ist offensichtlich.

Paradoxerweise exportiert die EU dazu ohne Schutzmaßnahmen über 20 Mio. to mehr Schrott, als sie importiert, welcher der ansässigen Stahlindustrie natürlich als Vormaterial fehlt und schützt dafür die Hersteller mit sogenannten „Safeguards“ vor Billigimporten - speziell aus China.

Aufgrund dieser beiden Effekten fehlt den weiterverarbeitenden Betrieben das Fertigprodukt Stahl, denn es macht für „Drittlandproduzenten“ keinen Sinn, Geld durch Steuern an die EU zu verschenken und Stahl zu importieren.

Wir empfehlen unseren Kunden daher weiter äußerste Vorsicht und keine Fixpreise anzubieten. Selbst Gleitpreise sind zurzeit sehr schwer ein- bzw. abzuschätzen.

Für etwaige Möglichkeiten zur Sicherung der Versorgung und Preisbindungen mit Indizes, dürfen wir Sie bitten, uns zu kontaktieren.

Bleiben Sie informiert und Glück Auf!

Otto Weyland jun.     Mag. Norbert Thumfart      Prok. Günther Berndl      Prok. Eder Manfred         Jürgen Wegscheider
 

WEYLAND - Hier steht Ihnen die obige Kunden-Information nochmals zum DOWNLOAD zur Verfügung!
FERROCHEMA - Hier steht Ihnen die obige Kunden-Information nochmals zum DOWNLOAD zur Verfügung!